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Die Stadt Bochum hatte das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsfor-schung (ISI) beauftragt, verschiedene Varianten eines Grauwasserkonzeptes zur Speisung der Quelle des vorgesehenen Wasserlaufs im OSTPARK zu untersuchen. Ziel war es, zusätzlich zum Niederschlagswasser eine weitere Wasserquelle zu erhalten, damit auch in Trockenwetterphasen kontinuierlich Wasser im Bachlauf fließt.

Es wurde daher geprüft, wie viel Wasser durch die Nutzung von Grauwasser aus der Dusche und dem Handwaschbecken im Badezimmer für den Wasserlauf erzeugt werden kann. Die Idee, auch das Wasser aus der Waschmaschine mit einzubeziehen, wurde wegen der hohen Belastung des Wassers mit Waschmittel nicht weiter verfolgt. Es wurden zwei Systeme miteinander verglichen, zu beiden Systemen wurden verschiedene Untervarianten geprüft:
1. Das „Wasserhaus“-System: Bei diesem wird jeweils im Haus die Wärme aus dem Grauwasser über einen Wärmetauscher zurückgewonnen. Das abgekühlte Wasser wird im Freigefälle und über Pumpen in das Wasserhaus geleitet. Dort wird es gerei-nigt und anschließend in den Bachlauf eingeleitet.
2. Die „Energieallee“: Hier wird das Wasser parallel zu den Straßen in einen bewachsenen Bodenfilter eingeleitet und dort geklärt. Die Pflanzen auf dem Bodenfilter können abgeerntet und zur Erzeugung von Bioenergie verwendet werden. Die Nutzung der Grauwassserwärme ist möglich, aber kein Muss.

Es zeigte sich, dass nur ein Abfluss für den Wasserlauf von maximal 0,8l/sek erzeugt werden kann. Demgegenüber stehen der Energieaufwand für den Betrieb des Pumpensystems, die Kosten für die Gebäudetechnik, sowie die Anforderungen an das Nutzerverhalten. Auch die Anschaffungs- und Betriebskosten für die Systeme ein-schließlich der möglichen Einsparungen in der Kläranlage sowie städtebauliche und gestalterische Aspekte wurden berücksichtigt. Nach Beratung der Gutachtenergebnisse fiel die Entscheidung zu Gunsten einer Entwässerung ohne Grauwasserbewirtschaftung für den Bachlauf. Dennoch kann jeder Hauseigentümer weiterhin den Einsatz einer Grauwasserbewirtschaftung in seinem Haus für sich entscheiden.

EnergiealleeBild

Gefördert als "kommunales Leuchtturmvorhaben" durch die Initiative zur Anpassung an den Klimawandel des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.